Babyshambles Konzert Berlin

Ruhig und gemütlich, da ich mein Praktikum zum Glück vorziehen konnte, gings an den Trampspot No. One in Jena ;-). Naja irgendwie liess mich dieser heute etwas im Stich. Es war zwar schönes und trockenes Wetter, aber vielleicht gerade deswegen hielt mein erster Lift erst nach mehr als einer Stunde. Ein LKW-Fahrer, der nach Hermsdorf wollte, brachte mich wenigstens bis zum „Teufelstal“. Wenigstens erstmal auf der Autobahn dachte ich mir. Am Rasthof standen dann nur ein paar Autos und mir schante Böses – ich mein es waren zwar ab da an noch gute 6h bis zum Konzertbeginn aber man weiß ja nie. Doch wie schon so oft, bekommt man die besten Lifts, wenn man denkt „hier geht bestimmt garnix“. Ein netter Pfälzer mit ebensolchen Dialekt nahm mich mit nach Berlin und setzte mich direkt in Schöneberg ab. Er war freiberuflicher Kurierfahrer und kam deshalb schon in die Endlegensten Orte Europas. Demzufolge konnte er auch viele Stories erzählen und im nu war ich mal wieder in Berlin. Dort „reparierte“ ich nur mit meiner Anwesenheit den PC meiner Schwester ( 😉 ) wofür ich auch ein Abendmahl kredenzt bekam.

Ich bin auch guter Dinge, das der gute Peter mit seiner Kapelle erscheint, denn immerhin fand das gestrige Köln-Konzert schone ohne Komplikationen statt!

Forsetzung:
7.05 Uhr: ICE irgendwo in Berlin gen Süden – Ganz schön bonzenmäßig mit nem ICE zu fahren, wenn man die anderen Herrschaften im Zug so sieht… Ging aber bei mir heute nicht anders und für 29€ mit dem Spezialpreis eigentlich auch noch erschwinglich für Normalmensch – wenn man die Hinfahrt nicht bezahlen muss! Aber wenn nunmal die Pflicht ruft, kann man nix machen.

Immerhin ist man ein bisschen schneller wie mit dem Auto und ich kann den Komfort im Zug (Tisch!) gleich nutzen, um diese Fortsetzung des gestrigen Konzerts zu verfassen – Eines vorne weg, es hat sich 110% gelohnt!
Babyshambles
Rücksprung in der Zeit – Einlass war also 20 Uhr, ich war ein paar Minuten eher da. Man kam dann auch relativ schnell in die Halle rein und durfte seine Jacke für eine 1€-Spende an Frauen in der Garderobe verschenken. Die Columbiahalle an sich ist relativ neu bzw. neu renoviert wurden. Sie ist in etwa so groß wie das Haus Auensee (nur mit wesentlich kürzeren Klostandzeiten!!!), nur mehr quadratisch und mit großem „Overrang“, für dei Leute die nicht transpirieren wollten. Zum Publikum kann man sagen, dass erstaunlich wenige Teenager-Kreisch-Weiber da waren, dafür umso mehr älteres Semester (=Ü 40; Thees Uhlmann von Tomte war auch da, hat jetzt aber nix mit seinem Alter zu tun …), was mich doch dann mehr überraschte.

Nervig war nur eine Gruppe Briten (vermutlich ne ganze Schulklasse) die in Reihe Eins standen und meinten, jeden dumm anlabern zu müssen, der sie berührte – ich mein, dass war nen Konzert wo ständig von allen Seiten geschoben wird, und kein Klavierkonzert …

Die Vorband, The Kilians, heizte die Stimmung gut an, betonten auch nach fast jeden Lied, dass sie aus der Weltstadt Dinslaken kamen, waren im Enddefekt aber nicht so mein Favorit. Also zu nem Konzert würd‘ ich jetzt nicht gehen ;-). Sehr hörbaren waren sie trotzdem!

Nach kurzer Umbauphase betraten die Babyshambles inklusive Frontmann Pete Doherty die Bühne und wirklich jeder, der ein fotofähiges Gerät bei sich trug, benutzte dies auch – gleichzeitig gab es kein Halten mehr (wie eigentlich zu 90% der ca. 70min Konzertzeit…). Ich stand zu dieser Zeit ungefähr in der fünften Reihe und das Konzert entwickelte sich wirklich zum „Ausdauerkampf“, da die gesamte Menge von vorne bis hinten abging wie Bolle und man extreme Mühe hatte seinen Platz einigermaßen halten zu können und nicht nach hinten oder an die Seite abgedrängt zu werden.
Babyshambles
Zuerst spielten die ‚Shambles fast alle Lieder des neuen Albums und in der Zugabe kamen dann auch ein paar ältere Hits (aber leider keine von den Libertines…). Zum krönenden Abschluss dann noch „Fuck Forever“ – wo dann alle Dämme endgültig brachen (Publikumauf sowie auch auf der Bühne): So was hatte ich selbst bei den Beatsteaks noch nicht miterlebt – unvorstellbar! Aber geil!

Danach musste man erstmal runterkommen, quasi von 100 auf Null binnen weniger Minuten. Das wurde aber durch eine ewig lange Warterei bei der Abholung meiner Jacke starkt untersützt, denn das Rauskommen dauerte dreimal so lange wie das Reinkommen in die Halle. Naja.

Nun noch ein paar Anekdoten am Rande und zum Ende:
– erstmal war Pete (und auch der Rest der Band) sehr aufgeweckt und fit, er rauchte auch nur zwei Zigaretten und trank auch nur Multivitaminsaft (sah zumindest so aus)
– der Sound in der Halle war wirklich ausgezeichnet, alsp perfekt abgemischt!
– es wurden alle erdenklichen Sachen auf die Bühne gewurfen: u.a. eine Union Jack Flagge, ein KFC Uerdingen Schal, eine Damenunterhose, eine CD, ….
– Highlight dieser Aktionen war aber ein Top, was genau auf Pete’s Gitarre landete, er es beim singen in die Hand nahm und genau ansah, aber dabei total aus dem Rythmus kam und mit dem Text auch nicht mehr wirklich hinterher kam – nach gröllendem Applaus wurde dann das ganze Lied einfach nochmal von vorne begonnen.
– in der Jacken-Abholer-Schlange machte dann ein Choleriker jeden an der ihn zu nahe kam (aus seiner Sicht!) und schrie die ganzen umstehenden Leute an, auch seine Kumpels konnten ihn immer nur kurz besänftigen – selber rauchte er aber Zigarette und beschüttete die Leute mit seinem Bier …

Alles in allem aber ein unvergesslicher Abend und vielleicht schafft es ja der gute Pete in Zukunft weiterhin jedes Konzert (wenigstens die in Deutschland 😉 ) wahzunehmen – dann bin ich auf jedenfall wieder am Start, egal wo! Und nach dem gestrigen Auftritt darf man ja hoffen, dass er sich wenigstens ein ganz kleines bisschen gebessert hat!

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