Hamburg – Zella-Mehlis

Strahlender Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und ein freier Tag. Ein perfekter Tag, um einfach mal nix zu machen und irgendwo faul in der Gegend rumliegen. Ich hatte das Glück leider nicht, so durfte ich doch mit vielen verschiedenen Menschen quer durch die Republik fahren.

Dankenswerterweise nahmen mich sogar Menschen freiwillig mit – also erst nach Nachfrage versteht sich. Genau um 11 Uhr stand ich dort, wo ich schon so oft stande und wo ich noch nie im Stich gelassen wurde – am Horner Kreisel in Hamburgs Osten. Nach gut zehn Minuten Wartezeit gesellte sich eine Tramperin mit zu mir, sie wollte allerdings nur bis Berlin. Nach gut einer halben Stunde hielt dann auch ein Auto an, mitten auf der Überholspur, der Fahrer winkte uns zu sich und wir saßen, ehe wir uns versahen, in einem BMW.

Der Fahrer war genau die Person, die ich gesucht habe um meine Tramplust an diesem Morgen, nach nur ein paar Stunden Schlaf befand sich diese noch einem Minimallevel, erheblich zu steigern. Maurice, unser Fahrer, fragte endlich einmal nicht die Standardfragen ab und es entwickelte sich ein nette Gespräch über die besten Clubs der Hansestadt – man lernt ja nie aus! Maurice wollte nur nach Berlin, sodass ich mich an der letzten Raste vor der Hauptstadt, „Linumer Bruch“, aussetzten ließ. Dort sollte ich die längste Zeit am heutigen Tage rum stehen. Immerhin schaffte ein Fanbus vom THW Kiel etwas Abwechslung: Die Spuren der Hansafans vom Vortag waren noch überall deutlich sichtbar (Tags & Sticker) sodass die „Rentnergruppe“ im krassen Gegensatz zu den Fußballfans waren – die Damen und Herren aßen Eis und lauschten Schlager aus ihrem Reisebus. Irgendwie ist in diesem Moment Handball nur noch eine Randsportart. Die THW’ler hätten mich zwar auch gerne in ihrem Bus mitgenommen, nur wollten die, wie auch fast alle anderen Befragten nur nach Berlin.

Bis auf Claudia, Airbusangestellte in Hamburg, die auf dem Weg nach Dessau war und sich erbahmte mich wenigstens um Berlin herumzukurven. Das klappte auch wunderbar. Die schwierigste Hürde am heutigen Tag war also übersprungen. Vo nun an ging es immer Schlag auf Schlag – jeweils der erste Befragte nahm mich auch mit: erst Branko, der beste „Icke“ den ich jemals Traf, dann ein Geschäftmann im Audi-Cabrio bis Erfurt-Eichelborn und zum krönenden Schluß ein Wohnwagen, der mich fast bis zur Haustür fuhr. Vielen herzlichen Dank.

Für die Statistik: Gesamtfahrdauer – 7h 36 min; Lifts – 5 Stück

Aber der Körper darf nicht zur Ruhe kommen, so geht’s in einer Stunde mit Zug nach Erfurt um dort im besetzten Haus mit „1 Foot in da Rave“ das Achtjährige abzuraven und auch sonst gegen die Sperrstunden abzufeiern. Achja, Record-Release-Party is och … 1 Foot in da Rave Releaseparty

Und auch ganz großartig, ich kann’s ja selbst kaum glauben:

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