Und am Ende wartet immer ein Abschied

Minsk
Nach mehr als zwei Wochen in Belarus wird uns der Zug morgen wieder zurück nach Berlin bringen. Es waren schöne Tage, die vor allem viele neue Freunde, viele tolle Erfahrungen und auch vielfältige Einsichten in das osteuropäische Land brachten.

Das größte Problem während des Aufenthalts waren weder das Essen noch die sanitären Einrichtungen, sondern schlicht und ergreifend die unterbrochene Hitze. Diese führte besonders jetzt, zum Ende der Reise, zu Müdigkeit und Lustlosigkeit. Zu einem ausgedehnten Sightseeingtrip ist es auch in der Nacht einfach zu warm. Da sitzt man dann lieber im Hotel und trinkt auf die Freundschaft. Bier war sowieso das verbindende Element: Sprachbarrieren wurden ebenso überbrückt, wie Niederlagen im Tischtennis oder eine Pause im Volleyball.

Aber natürlich darf auch ein kritischer Blick nicht fehlen. Vom ersten Gefühl her ist Belarus ein bisschen Russland und natürlich auch ein bisschen Ukraine. Klar, das Gefühl scheint auch wegen der Tatsache der ehemaligen Zugehörigkeit zur UdSSR durchaus Sinn machen. Und doch ist Belarus so anders. Man merkt, dass es hier etwas ernster zugeht. Die Straßen, besonders hier in der Hauptstadt Minsk, sind von Propagandaplakaten, die für die Liebe zu Belarus oder zum Vertrauen in die Armee aufrufen, übersäht. Die belarussische Fahne, Sowjetsymbolik und patrolierende Milizen sind allgegenwärtig. All das schafft zumindest für mich als Ausländer eine einschüchternde Wirkung. Man hat Respekt davor und wenn man beispielsweise nachts nahezu ungestört ist und ein Bier trinken könnte, vermeidet man es dann doch lieber.

Natürlich ist es ordentlich, sehr ordentlich sogar. Der Rasen wird gemäht, das vertrocknete Laub aufgesammelt und die Straßen werden gekehrt. Ununterbrochen, so scheint es, macht man sich schick. Genauso wie die Menschen denen man auf der Straße begegnet. Aber es wirkt doch irgendwie aufgesetzt und gekünstelt, ganz so, als wolle man das wahre Gesicht verbergen.

Auf die Frage an unseren Busfahrer, der uns seit dem ersten Tag quer durchs Land fährt, ob ihm denn die Pizza schmecke, die er grade im Restaurant gegessen hatte, meint er, dass er dies nicht beurteilen könne, da er noch nie Pizza gegessen hatte. Er könne sie sich einfach nicht leisten.

So können mir letztendlich die Menschen nur Leid tun. Die wenigsten, auch die Jugend, hat die Möglichkeit sich ein persönliches Bild vom Ausland zu machen, um einerseits zu sehen, welche Bereiche des alltäglichen Lebens besser sind, aber andererseits um zu sehen, dass auch in Westeuropa das wenigste Gold ist, was glänzt.



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