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Monat: Februar 2012

Jerewan und die Abhängigkeit von einem kleinen Stück Plastik

Yerevan
Im für den Kaukasus luxuriösen Zweierabteil sitze ich alleine mit einer Flasche armenischen Bieres und lausche den elektronischen Klängen meines mp3-Players. Zufrieden und sehr entspannt schaue ich an diesem Sonntag zurück auf zwei sonnige Tage in Jerewan. In wenigen Stunden bin ich wieder zurück in Tbilissi. In der Retrospektive erstaunlich, denn schon die ersten Schritte im südlichen Nachbarland – und dem letzten Fehlenden im Südkaukasus – schrammten nur haarbreit an einem totalen Desaster vorbei.

Mestia

Zugdidi

Im strömenden Regen hält der Nachtzug in Sugdidi. Ein früher Sonntagmorgen in der Hauptstadt der Region Mingrelien und Oberswanetien ganz im Westen, nur einen Steinwurf von der abchasischen Grenze entfernt, erwartet uns damit sehr unfreundlich. Nicht nur, dass die wenigen Sehenswürdigkeiten, wie der botanische Garten oder der Dadiani-Palast aufgrund der Jahreszeit eher unansehnlich beziehungsweise schlicht noch nicht geöffnet haben, auch das Wetter verbessert sich im gesamten Tagesverlauf nicht mehr. Die Zeit bis zum Anpfiff des örtlichen Erstligafußballspiels gegen die Mannschaft aus Gori vertreiben wir uns in einer der wenigen Restaurants mit Tee, fettigem Essen und endlosen Mau-Mau-Spielen.

Entlang am Schwarzen Meer


Eine Woche lang lagen Kälte, Näße, strahlender Sonnenschein und Wärme sehr eng beeinander. Wir schliefen in abgeranzten „2-Sterne“-Hotels und tranken Bier in der Skybar des Radisson-Hotels. Wir trampten oder fuhren Zug, Rize in der Türkei, Batumi und Kutaisi in Georgien hießen die Stationen der letzten Woche. Und wie immer zeigen die hier gezeigten Fotos nur die halbe Wahrheit. Schön war’s und am Samstag gehts ja auch schon wieder weiter.

Unterwegs im Nachbarland

Baku
Eine Möwe und der momentan höchste Flaggenmast der Welt – beides am Kaspischen Meer in Baku.

Die Visumsbeschaffung für Aserbaidschan war zwar deutlich schneller und unkomplizierter als das iranische Equivalent, kostete aber auch fast das Doppelte. 110 US-Dollar muss man für den „Spaß“ berappen, denn die fünftägige Prozedur wird über eine Reiseagentur in Tbilissi abgewickelt – direkt beantragte (Touristen-)Visa werden an der hiesigen Botschaft nämlich nicht angenommen.