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Monat: März 2012

Die Unkompliziertheit des Seins


Früher gab es in Tbilissi auch Trolleybusse und ein Hauptpostamt in der Innenstadt. (Foto: James Berk, CC-BY-NC-ND)

Georgien ist unkompliziert. Besonders wenn man von A nach B kommen möchte. Mit ein paar grundsätzlichen Orientierungskenntnissen ausgestattet, kann sich auch der (wenig erkundungsfreudige) Georgienneuling an den Straßenrand stellen und wartet auf das richtige Gefähr. Dessen Liniennummer hat er optimalerweise bereits vorher von einem ortskundigen Georgier erfahren hat oder entziffert die grobe Route hinter der Windschutzscheibe kurzerhand selber – mit etwas Glück kann man ein „M“-Symbol für irgendeine Metrostation oder das kyrillische „Boksal“ erkennen, was eine erheblich schnellere Entscheidung möglich macht. Entscheidet man sich spontan zum Einstieg, winkt man lässig und vor allem möglich kurz dem immer rasenden Fahrer und dieser stoppt auch meistens sofort – egal wo, egal wie. Mit ein und derselben Chipkarte werden dann alle städtischen Verkehrsmittel bezahlt. Die Marschrutka am Ende der Fahrt, die Metro am Anfang und der örtliche Bus irgendwann oder gar nicht. Das ist nicht nur einfach zu verstehen, es ist idiotensicher, sprich unkompliziert.

Ein besonderes Match

Georgia vs. Russia
Vor mindestens fünf Jahren war ich das erste Mal beim Rugby. Damals war es das Thüringen-Derby irgendeiner unteren Liga zwischen Jena und den Gästen aus Erfurt. Bei meinem zweiten Spiel war ebenfalls ein Derby angesagt. Diesmal allerdings ein weitaus politisierteres: im Tbiliser Lokomotive-Stadion trafen im Rahmen des European Nations Cup die Georgier auf die Russen.