Almaty

Almaty

Actually a taxi should have waited for me at the airport to bring me directly to the hotel. Maybe I could have been able to sleep a few hours. But no driver was waving a cardboard sign with my name on it. I graciously waited another quarter of an hour, but when I was almost the last passenger at the Almaty’s airport, I decided to do it my way.
 
Eigentlich sollte am Flughafen ein Taxi auf mich warten, das mich direkt ins Hotel bringt. Vielleicht hätte ich dann noch ein paar Stunden schlafen können. Doch kein Fahrer winkte mir mit einem Pappschild und meinem Namen darauf. Ich wartete gnädigerweise noch eine Viertelstunde, doch als ich nahezu der letzte Passagier am überschaubaren Almatyer Flughafen war, entschied ich mich für Selbstinitiative.
I deliberately avoid the local “taxi mafia”, because beforehand I of course did not research what it would cost for the about 20 kilometre ride to the hotel. But luckily there was a bus service. Problem: With my freshly drew out 5,000 Tenge bill (around 25 Euro), paying at the ticket machine was impossible. The fare was, same as in the local metro or tram, 80 Tenge. Plus only coins were accepted.
 
Der örtlichen „Taximafia“ ging ich bewusst aus dem Weg, denn natürlich hatte ich mich vorher nicht informiert, was denn eine Fahrt ins gut 20 Kilometer entfernte Hotel kosten würde. Zum Glück gab es aber einen Busverkehr. Problem: Mit meinem frisch abgehobenen 5.000 Tenge-Schein (ungerechnet rund 25 Euro) war das Bezahlen am Ticketautomaten unmöglich – der Fahrpreis betrug, wie in der örtlichen Metro oder der Tram, 80 Tenge, zudem werden nur Münzen akzeptiert.
The driver, who first lit a cigarette signalling that he would not immediately drive back to the city, pointed to the airport building, where I could change my money. I took my luggage again and went to the only money exchange. There I briefly outlined my problem to the lady. She smiled and immediately understood my misery, as I mentioned the code word “avtobus”.
 
Der Fahrer, der sich erstmal eine Zigarette anzündete und damit signalisierte, dass er nicht sofort wieder in die Innenstadt aufbrechen würde, deutete mir auf das Flughafengebäude, dort könne ich meinen Schein wechseln. Ich raffte das Gepäck wieder auf und ging zum einzigen Geldwechselschalter. Dort umriss ich der Dame kurz mein Problem. Sie lächelte und verstand sofort meine Misere, als ich das Codewort „Avtobus“ erwähnte.
Back in the bus, I threw my new coins into the throat of the machine. At one side it spit the ticket, at another the change. I took a seat in the empty bus, could then start the trip. A little later, the engine was already running, a second passenger was crashing in the bus. Presumably also not a local. The man asked me how the ticket machine works and I proudly told him how. Thus, I arrived in Almaty!
 
Zurück im Bus, schmiss ich meine neuen Münzen in den Rachen des Automaten. Der spuckte an einer Seite das Ticket, an einer anderen das Wechselgeld heraus. Ich nahm im leeren Bus Platz, nun konnte die Fahrt beginnen. Wenig später, der Motor lief schon, stürzte noch weiterer Fahrgast hinzu. Mutmaßlich auch kein Hiesiger. Denn der Mann fragte mich, wie denn der Automat funktioniere. Stolz erklärte ich ihm die Funktionsweise. Ich war also angekommen in Almaty!

Almaty

For a week I stayed in the largest city of Kazakhstan. Until 1997 Almaty was the capital of the vast Central Asian country. Then the first and so far last President Nursultan Nazarbayev decided to relocate the capital to Astana, in the heartland.
 
Für eine Woche weilte ich in der größten kasachischen Stadt. Bis 1997 war Almaty Hauptstadt des riesigen zentralasiatischen Landes, dann entschloss sich der erste und bis dato letzte Präsident Nursultan Nasarbajew die Hauptstadt nach Astana ins Landesinnere zu verlegen.
The time in Almaty was not to relax: I participated in the seventh edition of the “Central Asian Media Workshop”. It was organized by the local Goethe Institute, the Friedrich Ebert Foundation and the German Institute for Foreign Cultural Relations . Together with participants from other Central Asian countries (except Turkmenistan), we developed ideas for articles within five, researched them and produced the texts including photos until the end of the week.
 
Der Aufenthalt in Almaty diente aber nicht zur Erholung, im Gegenteil. Dort nahm ich an der siebten Ausgabe der „Zentralasiatischen Medienwerkstatt“ teil. Diese wurde organisiert vom örtlichen Goethe-Institut, der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie dem Institut für Auslandsbeziehungen. Zusammen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den anderen zentralasiatischen Staaten (außer aus Turkmenistan) entwickelten wir während fünf Tagen Artikelideen, recherchierten diese vor Ort und fertigten die Texte samt Fotos bis zum Ende der Woche an.
Despite the very tight time schedule, many different topics were covered, like corruption at the universities, a photo reportage about shops in discarded shipping containers or a story about the legendary kind of apple “Aport” . Last but not least, the workshop provided chances to get to know each other and an exchange among the participants. Already the few days in the green city with its panoramic views at snow-capped mountains arouse my interest for more of Central Asia!
 
Trotz des sehr straffen Zeitplans wurden äußerst unterschiedliche Themen bearbeitet, sei es Korruption an den Universitäten, eine Fotoreportage über Läden in ausrangierten Transportcontainern bis hin zur sagenumworbenen Apfelsorte Aport. Nicht zuletzt diente der Workshop aber zum Kennen lernen und zum Austausch zwischen den Teilnehmenden. Bereits die wenigen Tage in der grünen Stadt mit dem Panorama auf schneebedeckte Berge machte Appetit auf mehr Zentralasien!

Am Rande des Tian Shan Gebirges
On the brink of Tian Shan mountains

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Tian Shan – Trans-Ili Alatau

Almaty
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Die erst 2011 eröffnete Metro von Almaty
The just in 2011 opened metro from Almaty

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4 Kommentare

  1. Jonas  hat geschrieben

    Schöne Strecke! Ist schon irgendwie ne ganz andere Welt…
    Besonders die Portraits find ich super. Kann man die Ergebnisse eurer Medienwerkstatt irgendwo sehen und lesen?

  2. Hermann Sundermeier@gmx.  hat geschrieben

    Mal wieder interessanter Bericht und tolle Foto`s.
    Gruß Hermann

  3. Marco Marco  hat geschrieben

    @Jonas: Wenn die Ergbenisse der Medienwerkstatt online sind, werde ich sie hier auch posten bzw. verlinken. Das dürfte in den nächsten ein, zwei Wochen geschehen, darauf habe ich leider keinen Einfluß.

  4. […] Einerseits geht es um die Distanzierung zu postkolonialen wie auch postsowjetischen Strukturen in Almaty, von der sich Nasarbajew augenscheinlich lösen […]

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