Westerwelle zu Gast in der Tbilisi State University

German Foreign Minister Guido Westerwelle's speech at TSU
Während seiner Südkaukasusreise stattete der deutsche Außenminister Guido Westerwelle natürlich auch Georgien einen Besuch ab, er sprach zudem eine gute halbe Stunde zu etwa 600 Studenten in der Tbilisi State University. Nicht nur, dass es die erste Reise Westerwelles in den Kaukasus und gleichzeitig der Auftakt zu den Feierlichkeiten des 20-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Längern war, es war auch der erste Anlass die „Event Hall“ des frisch renovierten Gebäudes I der Uni zu nutzen – was erst durch die gespendeten Millionengelder des (vielleicht) zukünftigen Präsidentschaftskandidaten Iwanishwili ermöglicht wurde.

German Foreign Minister Guido Westerwelle's speech at TSU
Westerwelle im offenen Gespräch mit dem Präsidenten der TSU und den anwesenden Studenten.

Westerwelle machte in seiner Rede immer wieder kurzweilige Anmerkungen, um einige Anekdoten aber auch etwas nervige Heimattümeleien („Bonn [wahlweise Deutsch oder die Bonner Universität einsetzen] ist die schönste Stadt der Welt [bzw. schönste Sprache; beste Universität]“) in eher holprigem Englisch einzustreuen, was aber beim Publikum sichtlich gut ankam. Charme und Witz konnte man ihm nicht absprechen. Auch mit den Inhalt der Rede kann man so größtenteils d’accord gehen (Solidarität in Europa, Zusammenarbeit mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft, Visa-freies Reisen für eben jene Länder, das Versprechen Georgien auf dem Weg zur Demokratie zu unterstützen und eine zaghafte Kritik an den momentanen Zuständen und damit der Appell an die Notwendigkeit einer wirklichen Opposition, freier Medien oder Transparenz bei öffentlichen Finanzierungen). Sie blieb natürlich aufgrund der Kürze der Zeit und der Vielzahl der angesprochenen Themen oberflächig.

Was bleibt ist der Eindruck, dass man sich in Deutschland zumindest zaghaft dem „Rand Europas“ angenommen hat und auch Westerwelle ein überwiegend souveränes Bild abgab. Zweifelhaft ist, ob man sich im Herbst, bei den anstehenden Parlamentswahlen, noch an die eigenen Worte erinnert. Wir schauen was passiert.

Zusätzlich: „German FM Speaks of Ties with Georgia“, Artikel bei civil.ge, & weitere Fotos bei Flickr



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