Dnipropetrowsk

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Die Distanzen in der Ukraine sind nicht zu unterschätzen. Zu unterschätzen ist aber auch nicht das gut ausgebaute Schienennetz , vor allem wenn man mit dem Nachtzug reist. Neben unglaublich günstigen Fahrkarten wartet jede Fahrt auch mit seinen (positiven) Überraschungen auf. Besonders wenn man, so wie ich, immer mit der dritten Klasse (Platzkarte) reist und man durch die offenen Abteile früher oder später zwangsläufig in Kontakt mit seinen Mitfahrern kommt.

So war es natürlich auch auf der Fahrt von Odessa nach Dnipropetrowsk, die aber für mich aber gar nicht über Nacht ging, da das Endziel bereits kurz nach Mitternacht erreicht wurde. Mein 6er-Abteil teilte ich mit zwei jungen Leuten, Oleg und Jana, dem schon bereits bei Fahrtantritt gut angeheitertem Vova sowie einem anderen Mann mit nur zwei Fingern an einer Hand, der die Abfahrt des Zuges verschlief. Nach einigen schüchternen Kontaktversuchen machte erst die Einladung des „Zwei-Finger-Mannes“ zum Kartenspiel die Runde locker – Bier und etwas später Wodka dann auch die Zunge. Als im Waggon die Lichter ausgingen und damit das Signal zur Nachtruhe gaben, bestiegen auch wir unsere Liegen.

Dank des Services der Ukrainischen Bahn – Weckdienst am richtigen Bahnhof – verpasste ich aber nicht mein Ziel. Mitten in der Nacht warteten am Dnipropetrowsker Bahnhof bereits Natalia und ihr Ehemann Wasja auf mich. Beide hatten mich wenige Tage zuvor spontan (über Couchsurfing) zu sich eingeladen. Wie sich etwas später herausstellte, hatten die beiden schon zwei kleinere Söhne. Zu fünft schliefen wir also im kombinierten Wohn- und Schlafzimmer der Einraumwohnung der Familie Tschepowik- diese aufopferungsvolle Gastfreundschaft war mir dann fast peinlich. Aber nach einigen Runden Durak, das ich zuvor im Zug gelernt hatte, genoss ich die Zeit mit den Tschepowiks. Dank dem gemeinsamen Wochenende konnte ich einen unglaublich privaten Einblick in eine ganz normale ukrainische Familie bekommen, den ich wohl so nie für möglich gehalten hätte. Deswegen hoffe ich, dass ich alle irgendwann einmal wieder treffe – das wäre ich ihnen mindestens schuldig!

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