Durch die Wüste Gobi

Gobi Desert
Der fünfjährige Mongo bei den Kamelen seiner Großeltern

Hierzulande verbindet man mit der Mongolei unweigerlich die Wüste Gobi. Vor dem inneren Auge sieht man sofort riesige Sanddünen und Kamele – die Wüstenschiffe, die Güter und Menschen durch die Einöde transportieren. Doch streng genommen ist die Gobi keine echte Wüste, sondern eine riesige wüstenartige Steppe. Darüber hinaus bestehen nur zwei bis drei Prozent der Gesamtfläche tatsächlich aus den bekannten Dünen. Der überwiegende Teil ist mit kahlen Felsen und weiten Schotterebenen bedeckt, die mit mal kleineren, mal größeren Büschen und Gräsern durchsetzt sind.

Das „klassische“ Bild wurde dann auch vor Ort schnell widerlegt, wie sich bei meiner siebentägigen Tour schnell herausstellte. Individuell lässt sich die südliche Mongolei, dort wo sich die Wüste Gobi befindet, nur sehr schwer bereisen. Naturgemäß zieht es „normale“ Menschen nicht in solch trockene Gebiete. Das Buchen einer Tour bei einem professionellen Anbieter ist daher oft die einzige, wenn auch teure aber immerhin äußerst bequeme Möglichkeit in den Genuss der dortigen Naturwunder zu kommen. Seit einem Jahr gibt es zwar eine frisch asphaltierte Straße von der Hauptstadt mehre Hundert Kilometer bis nach Dalandsadgad. Von dort geht es aber quasi nur noch über Stock und Stein weiter. Insbesondere in den gut 30 Kilometer entfernten Gobi Gurwan Saichan Nationalpark, dem größten der Mongolei. Dort befindet mit Chongoryn Els die höchste Sanddüne der Mongolei – das Highlight unserer Tour. Bis zu 300 Meter hoch türmt sich dort der Sand auf.

Bis dahin mussten wir aber erst hunderte Kilometer Schotterpiste hinter uns bringen. So saßen wir jeden Tag bis zu fünf Stunden im geländegängigen Van, um die jeweiligen Tagesziele zu erreichen. Übernachtet wurde immer in Ger Camps, Jurtensiedlungen, die meistens von Familien betrieben werden und an Touristen vermietet werden. Toiletten oder gar fließend Wasser gab es naturgemäß nicht. Das Essen und Wasser wurden entweder vorher eingekauft oder teilweise auf örtlichen Märkten nachgekauft. Neben einem Fahrer sowie einer Köchin und Tourguide in Personalunion waren mit mir noch Anna und Lukas aus Stuttgart sowie Erisa aus Chicago (aber in Taipeh arbeitend) eine Woche lang unterwegs. Das folgende Fotoessay zeigt, wie die Reise verlief.

Gobi Desert
Unterwegs auf einer typischen Schotterpiste: links Hero, unserer Fahrer, und rechts Tambera, unsere Reisefüherin und Köchin.

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Mittagspause

Gobi Desert
Anfangs ist die endlose Weite und der nicht vorhandene Bewuchs noch aufregend und neu.

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Unser treuer, uns nie im Stich gelassener Gefährte, ein UAZ-452, Spitzname Buchanka, benannt nach dem ähnlich ausschauenden russischen Weißbrot. Der russische Allrad-Van wird seit genau 50 Jahren nahezu unverändert produziert. Das sieht man auch unserem Exemplar an. Baujahr: 2011.

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Zeitvertreib mit einem Ratespiel in der Wüste

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Mitten aus der Steppe ragen die bizarren Felsformationen des Baga Gazriin Chuluu (Land der kleinen Steine) empor.

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Baga Gazriin Chuluu

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Baga Gazriin Chuluu

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Die mit Steinhaufen und/oder blauen Gebetsfahnen markierten Stellen sind heilige Orte.

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Baga Gazriin Chuluu

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Baga Gazriin Chuluu

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Auch mitten in der Steppe gibt es kleine Läden und sogar ein Museum.

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Zug Gast im Ger eines nomadisch lebenden Paares. Tambera erklärt die in der Schale gereichten typischen mongolischen „Snacks“, darunter kleine Gebäckteile (Boortsog) und getrockneter Joghurt oder Quark (Aaruul).

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Zu Gast bei Nomaden. Die Familie hat eine eigene Ziegenherde.

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Ziegenherde

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Ger Camp

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Das Familienoberhaupt, ein ehemals landesweit bekannter Rockmusiker, trägt ein T-Shirt mit Swastika und Reichsadler. Die Bezüge zum dritten Reich sind bewusst gewählt. In der Mongolei ist das kein allzu ungewöhnlicher Anblick. Die Träger sind zumeist Anhänger der rassistischen und ultra-nationalistischen Organisation „Tsagaan Chas“, übersetzt „Weiße Swastika“. Diese pflegt insbesondere Ressentiments gegen die Chinesen im Land, so wird unter anderem eine Heirat zwischen Mongolen und Chinesen abgelehnt.

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Die Ziegen werden erst in ein Gatter getrieben, wo sie nacheinander zusammengebunden werden, um sie anschließend zu melken.

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Vorbereitungen zum Melken der Ziegen

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Vorbereitungen zum Melken der Ziegen

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Vorbereitungen zum Melken der Ziegen

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Die Ziegen werden gemolken

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Was früher Pferde oder Kamele waren sind nun Motorräder: Ein Schnell verfügbares Transportmittel für die Weite der Steppe. Hier wird ein Motorrad betankt.

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Erstes Frühstück in der Steppe

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Kamele stehen in der Halbwüste bei Mittagshitze zusammen.

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Kamele

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Tsagaan Suvraga: Die bizarre, 30 Meter hohe und über 100 Meter breite, Felsformation aus Kalkstein wird aufgrund ihrer Farbe „weiße Stupa“ genannt, wobei durch viele unterschiedlichste Mineralien im Gestein auch andere durchscheinen.

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Tsagaan Suvraga

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Tsagaan Suvraga

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Nur in der Wüste ein Naturschauspiel: Regen

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Erisa spielt mit Mongo, dem Enkelsohn unserer Gastgeber: Für viele mongolische Kinder sind Schafknöchel das einzige Spielzeug, welches dazu noch universell einsetzbar ist, entweder als Figuren, wobei jede Seite ein anderes Tier symbolisiert, oder als Spielsteine zum schnipsen.

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Lukas beim Vier Gewinnt spielen

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Die Gastgeberin schneidet getrocknetes Fleisch in Stücke. Aufgrund der klimatischen Bedingungen und der Geografie des Landes ist das Borts genannte Trockenfleisch oft die zentraler Bestandteil vieler Speisen. Es kann teilweise etliche Jahre lang gelagert werden.

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Mongo reicht einem jungen Kamel der Familie die Hand

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Mongo

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Ger Camp

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An einer Tankstelle. Da unser Auto mindestens 20 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht, muss mindestens einmal täglich ein Tankstopp eingelegt werden. Zur Sicherheit gibt es auch zwei Benzintanks.

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Eine Siedlung an der Hauptstraße von Ulaanbaatar in den Süden

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Hinweisschild

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Auf der frisch asphaltierten Straße Richtung Süden

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Im Stadtzentrum von Dalandsadgad

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Reitausflug in die Geierschlucht (Yolyn Am)

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In der Geierschlucht

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In der Geierschlucht

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In der Geierschlucht

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Die Obsession für Basketball ist in der Mongolei überall spürbar. Ob in Klöstern oder wie hier in der Nähe der Geierschlucht, Basketball wird überall gespielt – Fußball dagegen kaum.

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Ger Camp

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Ein heiliger Ort, im Hintergrund sind die Gebirgszüge des Gobi-Altai

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Das Gobi-Altai-Gebirge

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Am Eingang zur Geierschlucht

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Ein Ger im Sonnenuntergang

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Bei der Eröffnung eines lokalen Naadam-Festivals in Bayandalai

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Bei der Eröffnung eines lokalen Naadam-Festivals in Bayandalai

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Bei der Eröffnung eines lokalen Naadam-Festivals in Bayandalai

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Bei der Eröffnung eines lokalen Naadam-Festivals in Bayandalai

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Bei der Eröffnung eines lokalen Naadam-Festivals in Bayandalai

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Ger Camp vor den sich bis zu 300 Meter auftürmenden Sanddünen von Chongoryn Els

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Kamele an einer Wasserstelle, die erst wenige Tage zuvor durch Regen entstand. Im Hingergrund die Sanddünen von Chongoryn Els.

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Auf der Sanddüne: Hoch braucht man gut eine Stunde, runter geht es in weniger als 15 Minuten.

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Panorama-Sicht von der Sanddüne auf die Umgebung (auf das Bild klicken, um es in Originalgröße zu sehen)

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Wüstenschiffe in ihrem natürlichen Habitat

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Einbahnstraße in der Wüste

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Souvenirstände für Touristen in der Mitte von Nirgendwo

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Wüstenbewohner

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Keine Straßen, nur Richtungen

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Orientierung ist das A und O, denn natürlich existieren keine Schilder in der Wüste

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Trockenheit

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Ein Grashüpfer

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Bajandsag (oder Flaming Cliffs) heißen diese zerklüfteten, rötlichen Felsen. In der unmittelbaren Umgebung wurden etliche bedeutende Fossilien gefunden.

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Flaming Cliffs

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Flaming Cliffs

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Flaming Cliffs

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Letzter Stopp bevor es zurück nach Ulaanbaatar geht: Das Wüstendorf Erdenedalai.

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Erdenedalai

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Erdenedalai

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Erdenedalai

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Die allerletzte Mahlzeit auf der Tour, Mittagessen in der Steppe.

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Pferdeherde an einer Wassserstelle

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Ein mongolischer Cowboy, auch wenn er auf eine Pferdeherde aufpasste.

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Auf Wiedersehen



2 Kommentare

  1. Hermann Sundermeier  hat geschrieben

    Hallo Marco,

    toller Bericht. Klasse Foto`s.

    Gruß Hermann

  2. Mandy // Movin'n'Groovin  hat geschrieben

    Wow, wunderschöne Bilder und toller Bericht!
    Ich war im August auch in der Mongolei unterwegs, aber in die Wüste Gobi haben wir es leider nicht geschafft. Dafür war zu wenig Zeit – aber ein guter Grund, noch mal dorthin zu reisen. 🙂
    Mein Reisebericht: http://maraa.de/2015/reise-durch-die-mongolei/

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