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Ein ziemlich unnormaler Wochenanfang


Neben den Turnschuhen von Ex-Präsident George W. Bush sicherlich das Highlight im Präsidenten-Kuriositätenkabinet: ein Real Madrid-Trikot mit der Rückennummer 5 und dem Spielernamen „Misha“…

Der Morgentee ist frisch aufgebrüht und der Laptop aus dem Schlaf erwacht, da springt auch schon das Skype-Fenster auf. „Hallo Marko [sic], bist du online?“, schreibt mir mein Georgisch-Lehrer. Ich schaue darüber hinweg, dass er mich (wie immer) mit „Marko“ anschreibt, obwohl ich selbstverständlich auch bei Skype mit c geschrieben werde und antworte wahrheitsgemäß mit einem „ja“. Vielleicht fallen ja die heutigen vier Stunden aus, freue ich mich schon innerlich. Doch es kommt anders.

Er habe sich das Bein gebrochen aber der Unterricht fände trotzdem statt. Nur in einer etwas anderen Form, wie mein Lehrer mir in weiteren Nachrichten mitteilt. Wie gewohnt sollen wir uns im Klassenraum treffen, um von dort aus mit ihm über Skype zu kommunizieren. Soweit so gut, den Schlüssel zum Unterrichtsraum bekommen wir ausgehändigt und auch die Technik funktioniert. Der Unterricht verläuft zwar schleppender als sonst – trotz maximaler Lautsprecherstärke versteht man eben nicht jeden Buchstaben. So muss viel wiederholt werden, ab und zu redet man aneinander vorbei. Irgendwann hat dann der Georgisch-Gott mit uns ein Nachsehen und lässt das Uni-Netzwerk zusammenbrechen und damit auch die Verbindung zu unserem Lehrer. Telefonisch (diesmal mit dem Handy) teilen wir das Dilemma unserem Lehrer mit.

Nahezu zeitgleich betritt eine andere Lehrerin den Raum, von der wir bis dato dachten, dass sie kein Englisch könnte (sie saß ab und an bei uns im Unterricht). Nach etwas Rumgestammel stellt sich heraus, dass sie ebenfalls eine Georgisch-Lehrerin ist und sich kurzerhand erbarmt mit uns den Unterricht fortzuführen. Das klappte letztendlich so gut, dass wir gefühlt mehr lernen, als in all den Wochen zuvor. Didi madloba!

Bedanken konnte man sich aber bereits gestern bei der litauischen Botschaft. Diese hatte eine Besichtigung des für Normalmenschen nicht zugänglichen Präsidentenpalastes möglich gemacht. Neben den ganzen Litauern durfte ich mit, um Fotos zu machen. Das hört sich spaßiger an, als es war. Denn erstens wollte jeder irgendwelche Touri-Erinnerungsfotos vor dem Stadtpanorama/einer Kirche/irgendwelchem Nippes mit Gegenlicht zur besten Nachmittagszeit und zweitens passten gleich zwei zickige Damen des Hauses darauf auf, dass ich ja nichts „Geheimes“, wie die „Reichstagskuppel“, fotografierte. Die Höhepunkte des absurden Nachmittages waren sicherlich der sofort abgewehrte Versuch das Papierschild mit der Aufschrift „President of Georgia“ zu fotografieren (sicherlich kriegswichtig!) und die edel aussehenden Präsenttaschen die jedem Gruppenteilnehmer in die Hand gedrückt wurde – Inhalt: ein Kugelschreiber, ein Anstecker zum Angeben, dass man schon mal den Palast von innen gesehen hat und zwei Broschüren. Man scheuchte die Meute in einer halben Stunde durch den Palast, beäugte jeden Schritt kritisch und unterband jegliche Fotos, die mehr als die Touristen zeigten. Da kann man es meiner Meinung nach auch gleich bleiben lassen mit den Besuchergruppen.

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